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Antwort auf: Hotelkomponente in einer Langzeitpflegeeinrichtung und Prinzip Normalität

#7918

Liebe alle,

trotz allem Komfort – ich bleibe beim 4* Hotel und nicht dem 4* Seniorenwohnhaus – Warum? Ganz klar die persönliche Entscheidung für den Aufenthalt. Ich liebe mein zu Hause und möchte (wie viele) dort alt werden. Ob es möglich sein wird – keine Ahnung.

Zurück zur Frage – “downgrade” – man wagt es kaum auszusprechen, alles was wir anbieten wird ja genutzt (oder zumindest ist das unsere Annahme..)

* Pflegebett und barrierefreies Bad ist ein Standard und es gibt Bedarf dafür – kein Downgrade möglich
* 24h Anwesenheit – pflegebedingt nötig – kein Downgrade möglich, aber gibt es eine Option “SWH light”?
* Auswahl beim Frühstück – hier gibt es Spielraum, aber wirtschaftlich betrachtet keine nennenswerten
* Auswahl beim Mittagessen – in den Hausgemeinschaften gibt es diese Auswahl auch nicht und es funktioniert.
* W-Lan – hier gibt es sicherlich zukünftig noch mehr Bedarf
* Zimmerreinigung – teilweise hygienisch bedingt erforderlich, hat aber auch Grenzen
* regelmäßige Arztbesuche, Medikamentenmanagement – würde ich als klassische Pflegeleistung sehen, die für einen zweckmäßigen Ablauf erforderlich sind
* Veranstaltungen und “Animation” – ein zielgruppen-orientiertes Angebot ja, Animation wie im 4* Cluburlaub geht aber an den Empfängern vorbei

Die Frage müsste aus meiner Sicht (leider) eher lauten, wen werden wir zukünftig wie versorgen können/müssen und welche Ausstattung brauchen wir dafür – der Part der medizinisch-pflegerischen Komponente wird einen viel höheren Stellenwert erhalten (zumindest erlebe ich hier eine Zunahme, weil die Krankenhäuser auch komplexere Therapiemaßnahmen ambulant durchführen).

Ich glaube die Frage wird sein, wieviel können und wollen wir als Gesellschaft in die Betreuung und Pflege älterer pflegeberdürftiger Menschen investieren. Und wir als Fachexperten der Langzeitpflege werden gut daran tun, einerseits die vorhandenen Möglichkeiten optimal zu nutzen und andererseits immer wieder Missstände anzusprechen – leider in erster Linie fachlich und wirtschaftlich fundiert.

LG aus dem regnerischen Salzburg,

Benjamin