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Antwort auf: Hotelkomponente in einer Langzeitpflegeeinrichtung und Prinzip Normalität

#7939

Hallo, ich setze die Diskussion fort, danke für Deine Überlegungen Benjamin. Das Thema werde ich nicht los. Vor einigen Tagen haben wir uns mit dem Begriff “Versorgung”, von der Fremdbestimmung zur Selbstbestimmung auseinandergesetzt. Das ist nicht nur ein Thema der Pubertät, sondern begleitet uns unser ganzes Leben, insbesondere auch im Alter. Ist das “schöne Heim” so attraktiv, dass ich mich für dieses geringere Übel entscheide, bevor ich zu Hause nicht mehr die laut von Fachkräften/Angehörigen/Nachbarn gewünschte optimale Betreuung und Pflege erhalten kann. Kann ich, die ich immer in meiner Umgebung gewirkt habe, Einfluss ausgeübt habe, in einem Pflegeheim weiter etwas bewegen, außer meinen beeinträchtigten Körper vom Bett in den Garten und retour. Es wird viele Bewohner:innen geben, die sich gerne a la 4* Hotel “versorgen” lassen, sollten wir aber nicht einen Weg finden vom Versorgen zum Tun, Partizipieren, gefordert werden. Zur Selbstbestimmtheit gehören Widerstand und Auseinandersetzung, so bleiben wir lebendig.
Mein Bild von 4* Hotel heißt nicht, dass wir lebenswerte Strukturen nicht anbieten sollen, es bezieht sich auf die Gestaltung des Alltags, versorge ich, serviere ich, oder gestalte, tue ich gemeinsam, ermögliche ich Bewohner:innen selbst wirksam zu werden. Das ist für mich auch keine Frage der Profession, wir alle sind “Versorgungsgeschult”, wer wagt es das System einmal anders zu denken?